Geschichte

Die internationale Vereinigung der Lions-Clubs begann als Traum des Chicagoer Geschäftsmannes Melvin Jones. Er war der Meinung, dass lokale „Business Clubs“ ihren Horizont von lediglich geschäftlichen Belangen auf die Verbesserung ihrer Gemeinden und der ganzen Welt erweitern sollten.

Jones´ eigene Gruppe, der Business Circle of Chicago, war einverstanden. Nachdem man zu ähnlichen Gruppen in den USA Kontakt aufgenommen hatte, wurde am 7. Juni 1917 ein Gründungstreffen im LaSalle Hotel in Chicago, Illinois, USA, abgehalten. Die neue Gruppe übernahm den Namen eines der eingeladenen Clubs, die „Association of Lions-Clubs“, und ein nationaler Kongress folgte im Oktober desselben Jahres in Dallas, Texas, USA, wo 36 Delegierte 22 Clubs aus neun US-Bundesstaaten repräsentierten. Auf dem Kongress wurde der Grundstein für die Vereinigung gelegt. Eine Satzung, Zusatzbestimmungen, Ziele und ethische Grundsätze wurden verabschiedet. Unter den offiziellen Zielen,
die in den frühen Jahren gesetzt wurden, war eines, das lautete: „Kein Club soll den finanziellen Vorteil seiner Mitglieder als Ziel haben.“ Dieser Aufruf zum selbstlosen Dienst an anderen ist nach wie vor einer der Hauptgrundsätze der Vereinigung.

Dr. W.P. Woods aus Evansville, Indiana, USA, wurde zum ersten Präsidenten gewählt. Melvin Jones, treibende Kraft und Gründer der Vereinigung, wurde zum Sekretär ernannt. Sein aktives Wirken endete mit seinem Tod im Jahre 1961. Nur drei Jahre nach ihrer Gründung wurde die Vereinigung international, als sich 1920 der erste Club in Windsor, Ontario, Kanada bildete. Später kamen Clubs in Mexiko, Taiwan und Kuba hinzu. 1927 gab es 60.000 Mitglieder in 1.183 Clubs. Im Jahre 1935 wurde in Panama der erste Club Mittelamerikas gegründet. Im darauffolgenden Jahr bildete sich in Kolumbien der erste Club Südamerikas.

Nach Europa kam die Vereinigung 1948 – zuerst nach Schweden, dann in die Schweiz. Seit 1952 ist die Vereinigung in Japan vertreten, und der Ostblock öffnete der Vereinigung 1989 seine Türen, als die ersten Clubs in Ungarn, Polen und Estland gegründet wurden. 1990 wurde der erste Club in Moskau gechartert. In diesen Ländern, in denen soziales Engagement einst tabu war, engagieren sich heute schon über 100 Lions-Clubs für bedürftige Mitmenschen. Den vielleicht größten Einfluss auf die Hilfsverpflichtung der Vereinigung hatte eine Veranstaltung im Jahre 1925, als Helen Keller auf dem internationalen Kongress in Cedar Point, Ohio, USA, zu den Lions sprach. Damals forderte sie die Lions heraus, „Ritter der Blinden im Kreuzzug gegen die Dunkelheit“ zu werden.”

1990 riefen die Lions SightFirst, ihr bisher aggressivstes Sehkrafterhaltungsprojekt, ins Leben. Im Rahmen des mehr als 140 Millionen-Dollar-Programms bemüht sich die Vereinigung, die Welt von verhütbarer und heilbarer Blindheit zu befreien, indem sie die dringend erforderlichen Gesundheitsfürsorgedienste unterstützt.

Im Bemühen, ihre internationale Rolle zu erweitern, half Lions Clubs International den Vereinten Nationen 1945 bei der Formierung der Sektionen für nicht-staatliche Organisationen und nimmt auch heute noch Beraterstatus ein. Jedes Jahr wird während der Feierlichkeiten des Lions-Tages mit den Vereinten Nationen der Hauptpreis an den Gewinner/die Gewinnerin des internationalen Friedensplakatwettbewerbs von Lions International verliehen. Dieser Wettbewerb ist ein bedeutendes Programm, an dem sich jährlich über 350.000 Schüler aus aller Welt beteiligen.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Vereinigung wurde 1987 gelegt, als Lions Clubs International als erste größere Servicecluborganisation weiblichen Mitgliedern die Türen öffnete. Seit den Anfängen ist die Anzahl der Mitglieder auf nahezu 1,4 Millionen Männer und Frauen angewachsen, die sich in über 51.000 Clubs in mittlerweile mehr als 200 Ländern und geografischen Gebieten engagieren. Kommunikation von LCI erfolgt in 12 Sprachen, mit ca. 300 hauptberuflichen Mitarbeitern in Oak-Brook.(Illinois)